16.05.16                     

Die Hedemer Windmühle   16.05.2016

Diese holländische Windmühle steht am Ausgang des Dorfes Richtung Lashorst auf der Südseite der Lübbecker Straße so ziemlich auf der höchsten Erhebung, nämlich 54 m über Null und wurde im Volksmund "Klusstätte" genannt.
Müller Casper Heinrich Niederbremer  aus Muckum und Catharine Louise Nobbe hatten von dem Landwirt Wiehe Nr. 5 Hedem ein Stück Ackerland in Größe von 2500 merworben und ließ sich 1879 an der Straße ein Wohnhaus und 60 m südlich eine Windmühle errichten mit der Hausnummer 50. Friedrich Finke Nr. 5 erinnerte sich, das im Türbogen der Mühle der Name des Erbauers und das Erbauungsjahr in römischen Ziffern eingekerbt ist. Der Text und die Zahlen sind jedoch heute nicht mehr zu erkennen. Die Mühle hatte 2 verschiedene Flügelpaare; denn das eine war mit Blechklappen ausgerüstet, die je nach Windstärke verstellt werden  konnten und auf das andere wurde ein Lacken (Leinen) gezogen. Er drehte sich nicht mittels einer Windrose, sondern wurde per Hand bewegt, damit die Flügel im Wind standen. Mit 2 Ketten, die um Pfähle gelegt wurden, hielt man den Mühlenkopf fest. Die Mühle war mit 2 Mahlgängen ausgestattet für die Herstellung von Viehfutter sowie für Mehl zum Brot- und Kuchenbacken. Feinmehl wurde mittels einer mit Leinen bespannten Trommel hergestellt.
Aus einer Meldung des Amtes Alswede geht hervor, das Niederbremer ausgebildeter Müller und seit 1870 selbständig war. Er hatte zuvor die Ellerburger Mühle  in Fiestel gepachtet und bis Ende 1879 bewirtschaftet. Hier ist auch sein späterer Nachfolger Heinrich Niederbremer geboren. Sein Bruder Wilhelm Niederbremer wurde in Hedem geboren und hat Zeit seines Lebens Vater und Bruder in der Mühle und der Landwirtschaft geholfen. Die Mühle war seit 1905 mit einer Lokomobile ausgerüstet. Heinrich Niederbremer hat nach der Ausbildung als Müller in der Senne eine Mühle gepachtet und dort Auguste Rathing geheiratet.  Um 1910 übernahm er den väterlichen Betrieb. Er wurde im I. Weltkrieg eingezogen und seine Frau Auguste machte den Betrieb weiter. Ab 1920 wurde auch mit Dünge- und Futtermittel gehandelt. 1921 ist der Erbauer Casper Heinrich Niederbremer gestorben. Die Töchter von Heinrich Niederbremer waren Liesbeth und Emmi. Der Mühlenkopf war bis 1948 vorhanden. Emmi erbte den Betrieb und heiratete den Tischler Heinrich Nolte, der 1955 verstarb. Sie hatte 2 Söhne Wolfgang und Gerhard. Gerhard erlernte das Müllerhandwerk bei Fritz Meier in Rahden. Emmi Nolte heiratete den Tischler Robert Gogolin, der das Geschäft weiterführte.  Gogolin führte auch den Handel mit festen Brennstoffen ein. Die Mühle war noch bis etwa 1960 in Betrieb. Das Geschäft wurde 1968 an den Landhändler Fritz Meier verkauft und Familie Gogolin zog nach Lübberstedt in die Lüneburger Heide. Emmi verstarb 1977 und das Anwesen übernahm Gerhard Nolte. Er baute an die Mühle eine Wohnung an und starb 2005. Sein Sohn Peter erbte das Grundstück und verkaufte die Mühle im Herbst 2008 an Schmidt / Vinke. Der konische Turm aus Sandsteinquadern ist heute noch weithin sichtbar.

                                 

 

Die Gutswassermühle des Rittergutes Hollwinkel

Diese Wassermühle wurde von der Großen Aue gespeißt.1721 wurden auf Befehl König Friedrich Wilhelm I. alle Mühlen katatstermäßig erfasst. Für Hollwinkel wurden zwei Wassermühlen angegeben. Sie gehörten der Frau von Gehle vom Schloss Hollwinkel. Eine von den Mühlen war die Gutsmühle und die andere die Wassermühle im Hedemer Holz. Weitere aktenkundliche Erwähnungen finden sich im Jahr 1737 in der "Hollwinkelschen Haubt Rechnung", wo die Einnahmen aus der Wassermühle beziffert werden, denn wie alle adeligen Mühlen  war auch diese stets verpachtet. Pächter war in diesem Jahr der Müller Friedrich Pohlmann. 
Im Jahr 1800 wurde die Hollwinkler Wassermühle neu erbaut, denn der Torbalken weist die Jahreszahl "Juli 1800" aus. Die Große Aue floss unter dem Mühlengebäude her. Vielfach kam es in Hedem durch den Fluss zu Überschwemmungen. Dies war einmal durch den Zickzacklauf bedingt, mit dem die Große Aue die Hedemer Gemarkung durchfloss, zum anderen aber auch durch die oft eingefrorenen Stauschütten der Hollwinkler Mühle. Beide Faktoren führten besonders bei plötzlicher Schneeschmelze zu starken Stauungen, so dass sich das Wasser in die Senke an der Alsweder - Hedemer Landstraße ergoss. Mehrere ungünstig wohnende Familien mussten dann unangenehme Bekanntschaft mit den Wassermassen machen.
Mit der Regulierung der Großen Aue im Jahre 1970 / 71 war dieser Übelstand abgeholfen, da das Auebett begradigt und verlegt wurde. Dadurch wurde aber auch der Hollwinkler Wassermühle die Antriebsquellen entzogen, so das das ehemalige Mühlengebäude heute kaum noch als solches erkennbar ist. Heute ist es ein einfach schönes restauriertes Wohnhaus.

 

Die Hollwinkler Ölmühle oder Piepers Mühle          

Diese Mühle ist eine der beiden Wassermühlen, die 1721 in einer auf Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. aufgestellten Mühlenverzeichnis als zu Hollwinkel zugehörig gemeldet wurde. Es scheint 1737 eine Ölmühle gewesen zu sein, denn in der "Hollwinkelschen Haubtrechnung de Michaelis 1737 biß dahin 1738" wird sie als solche bezeichnet. Pächter sind die Müller Kröger und Asselmeier.
Die Wassermühle wurde von der Großen Aue angetrieben und lag im Hollwinkler Holz. In der topografischen Karte Westfalens 1841 - 1858 wird sie als "Hollwinkler Mühle" bezeichnet.
Die Mühle war stets verpachtet. 1905 wurde die Getreidemahl- und die Ölmühle an den Müller Pieper verpachtet. Da der Stau nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte, musste um 1938 die Arbeit mit dem Wasserrad aufgegeben werden. Es wurde ein Kraftmotor angelegt, mit dem bis ca. 1946 weitergemahlen wurde. Danach lag die Mühle still und wurde von der Müllerfamilie Pieper käuflich erworben, die sie heute noch besitzt.
Von der Mühle ist nichts mehr zu sehen, nur noch der Mühlenteich ist vorhanden. Seine Verbindung zur Großen Aue ist freilich unterbrochen, da diese im Zuge der Regulierung tiefer gelegt wurde.